Mon Müllerschön ist seit vielen Jahren leidenschaftliche und erfolgreiche Kunstkuratorin. Vor einem Jahr gründete sie mit ihrem Freund Oliver Fritz und Benedikt Böckenförde “Wunderkunst” und mischt dabei die Kunstszene herrlich auf.  Wir finden das Konzept sehr spannend und am Puls der Zeit und freuen uns der engagierten Kunstberaterin und Online-Galeristin einige Fragen zu stellen.

Worum geht es bei Ihrem Online-Kunstportal „Wunderkunst“ und was ist das Besondere daran?

Meine Mit-WunderKünstler (mein Freund Oliver Fritz und Benedikt Böckenförde) und ich, wir lieben Kunst und wollen bzw. können aber keine Unsummen dafür ausgeben. Diese Leidenschaft wollen wir mit WunderKunst® auch anderen zugänglich machen. Ich sammele schon immer Druckgrafiken. Zum einen, weil ich die Technik und das Papier liebe, zum anderen weil man sich Druckgrafiken auch als „Normalverdiener“ leisten kann. Anders als bei Unikaten werden hier mehrere Exemplare des gleichen Motivs erstellt. Diese gibt es in einer streng limitierten Auflage. Deshalb ist jedes Blatt nummeriert und durch die Signatur des Künstlers als Originaldruck verbürgt. Der Wert der Druckgrafiken kann mit zunehmender Bekanntheit des Künstlers steigen. Bei WunderKunst kann jeder großartige Kunst von jungen, unbekannten und auch bereits etablierten Künstlern finden, die ihn in den eigenen vier Wänden inspiriert und die er bezahlen kann – ohne auf den nächsten Urlaub verzichten zu müssen.

Was liegt gerade im Trend?

Die farbenprächtigen Drucke von Rupprecht Geiger, die er 1969 im Edition X Verlag drucken ließ und von denen wir noch einige Einzelstücke haben, kommen schon seit 40 Jahren nicht aus der Mode. Sie sind echte Klassiker, die auch heute noch faszinieren. Geiger hat sich besonders mit der Farbe Rot beschäftigt. Ihm ging es um das Thema ‘Farbe’, und um die konsequente Reduktion und Klarheit derselben. „Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft. Mit ihrer Fähigkeit zu stimulieren ist sie in machtvoller Funktion“.

Wer sind Ihre persönlichen Lieblingskünstler?

George Condo, David Hockney, Rupprecht Geiger, Leonhard Hurzlmeier, ein junger, vielversprechender Künstler, von dem ich im Sommer zwei Arbeiten bei der Galerie Andreas Grimm gekauft habe. Und Jonathan Drews der noch an der Münchner Akademie in der Klasse Bustamante studiert. Und und und …

Wie erleben Sie die Kunstbranche?

Wild, aufregend, immer wieder inspirierend. Als ein Netz von interessanten Andersdenkern, die gewohnte Muster aufbrechen und Gewohntes neu interpretieren. Aber auch als ein verrückter Haufen mit vielen Macken und ganz viel Eitelkeit.

Wie wichtig sind Beziehungen bzw. Netzwerke?

Sehr wichtig und sie werden immer wichtiger. Mit dem richtigen Kontakt kann man Wege abkürzen, schneller ans Ziel gelangen und man erhält mehr Informationen und Einschätzungen. Zum Beispiel: welcher Künstler ist gerade IN? Welche Ausstellung darf ich nicht verpassen?

 

Haben es Frauen schwerer in der Kunstbranche?

Nein, warum?

Worauf begründen Sie Ihren Erfolg?

Fleiß, Networking, 24/7 Erreichbarkeit. Außerdem liebe ich das, was ich mache.

Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?

Morgens um acht Uhr aufstehen, 45 Minuten aufs Fitnessrad, den Tag gedanklich durchgehen, danach gibt’s zum Frühstück Heiße Zitrone mit Honig (altes ayurvedisches Rezept). Ab halb zehn Uhr sitze ich im Büro am Schreibtisch für Meetings und Telefonate. Kurze Mittagspause, am liebsten indisch/ayurvedisch im Pavesi Picnic in der Türkenstraße.

Nachmittags: Termine mit meinen Sammlern und den Unternehmen, die ich betreue. Es ist immer was los: Kunst, die gehängt oder ausgeliehen werden muss, Besuch bei den Rahmenmachern, etc.  Wenn es die Zeit erlaubt, versuche ich Museen, Künstlerateliers und Galerien zu besuchen, Kataloge und Zeitschriften/Zeitungen zu studieren, oder die neusten Informationen aus dem Internet zu lesen.

…und wie sieht für Sie der perfekte Tag aus?

Genauso! Nur mit meiner Familie, (lacht …)

Welche Werte sind für Sie wichtig?

Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Loyalität.

Wofür geben Sie Geld aus?

Für gute Arbeiten von jungen Künstlern.

Was macht für Sie guten Stil aus?

Guter Stil ist für mich in erster Linie Authentizität. Wenn sich Menschen in ihrer Haut wohlfühlen, dann können sie doch alles tragen. Dann haben sie ein Gespür für die schönen Dinge im Leben.

In welchem Outfit fühlen Sie sich am wohlsten?

Am wohlsten fühle ich mich in Kleidern. Aber auch in der Jogginghose. Der relaxte Tag zu Hause löst in mir Glücksgefühle aus.

Haben Sie für uns noch ein München- und Berlin-Tipp?

In Berlin unbedingt einen Döner im “Hasir” in Kreuzberg essen – das perfekte Kateressen nach einer wilden Kunst- und Partynacht. Außderdem ist die private Fotografiesammlung von Arthur de Ganay in einer ehemaligen Schokoladenfabrik am Spreeufer ein Muss. Wer bis zum 20.11. nach Berlin geht, der sollte diese wunderbare und einmalige Ausstellung  „Gesichter der Renaissance. Meisterwerke italienischer Portrait-Kunst“, die vom 25. August 2011 bis 20. November 2011 im Bode Museum läuft, nicht verpassen. Soviele Renaissance Meisterwerke auf einmal wird man in Deutschland so bald nicht mehr zu sehen bekommen!

In München die Jahresausstellung der Akademie der Bildenden Künste nicht verpassen. Hier gibt es aufregende Werke der jungen Studenten zu (noch!) guten Preisen. Für abends: Kegeln mit Freunden im neuen “Theresa“, herrlich entspannend!

Welche Träume möchten Sie sich noch erfüllen?

Ganz oben auf meiner To-Do-List fürs nächste Jahr: mehr reisen! Los geht’s mit einem Trip nach Hongkong und auf die Philippinen im Januar. Und dann träume ich noch von einem Haus am Meer in Italien – natürlich mit einem großen, wilden, verwunschenen und duftenden Garten voller antiker Skulpturen!


 

Mon zusammen mit ihren “Wunderkunst”-Partnern, Oliver Fritz und Benedikt Böckenförde.

 

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 interview by sarah bingham